DER KLONDIKE GOLD RUSH 1897-1899

Die Geschichte von GOLD basiert in vielen Details auf Tagebüchern und Berichten von Teilnehmern des Klondike-Goldrauschs im ausgehenden 19. Jahrhundert. In einem dieser Berichte („The Trail of the Goldseekers“ von Hamlin Garland, der hier seine Erlebnisse entlang des Ashcroft-Trails beschreibt) wird mehrmals eine Gruppe deutscher Einwanderer aus New York erwähnt, denen der Verfasser unterwegs begegnet ist. Goldsucher auf White Pass Trail 1854Garland nennt diese Gruppe „The Dutchmen“, die damals in Amerika übliche Bezeichnung für Deutsche (vermutlich in Anlehnung an die amerikanische Aussprache des Wortes „deutsch“). In dem Bericht ist die deutsche Einwanderergruppe nur eine Randnotiz. GOLD erzählt ihre fiktive Geschichte.

Deutsche Amerika-Auswanderung im 19. Jahrhundert

Zwischen 1830 und 1900 wandern über 5 Millionen Deutsche nach Amerika aus. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bilden die Deutschen die größte Einwanderergruppe in Amerika. Der Großteil dieser Einwanderer stammt aus den unteren sozialen Schichten: Kleinbauern, Handwerker, Arbeiter, Knechte, Dienstmädchen. Von ihrer Auswanderung nach Amerika versprechen sie sich eine Verbesserung ihrer sozialen Lage, einen existentiellen und mitunter auch persönlichen Neubeginn, ein besseres Leben mit größeren Freiheiten als im Deutschen Reich. Angesichts der harten Bedingungen die sie in Amerika antreffen, bilden sich deutsche Enklaven in amerikanischen Großstädten wie Chicago oder New York, die „Little Germany“ genannt werden. Goldsucher ziehen HandwagenDieses Umfeld bildet für viele der deutschen Einwanderer eine Pufferzone, in der sie einen gewissen Schutz finden. Durch die hohe Zahl der Einwanderer ist auch die deutsche Sprache in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Amerika sehr präsent. Es gibt etliche deutsche Zeitungen und Schulen. Deutsch als Zweitsprache ist in amerikanischen Schulen keine Seltenheit. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts verschwindet diese Koexistenz durch den forcierten ethnischen Nationalismus auf deutscher und amerikanischer Seite. Der Anpassungsdruck auf die deutschen Einwanderer erhöht sich und führt schließlich zur Assimilation.

Der Klondike Gold Rush

im Sommer 1896 stoßen George Carmack und die Indianer Skookum Jim Mason und Tagish Charley an einem Seitenarm des Klondike River im kanadischen Yukon-Territorium auf eine Goldader. Es dauert fast ein Jahr, bis die Nachricht an die Außenwelt dringt und die erste Tonne Gold in Seattle ankommt. Nun verbreitet sich die Nachricht wie ein Lauffeuer. In den Jahren 1897 und 1898 brechen über 100.000 Menschen in die Region auf, um ihr Glück zu machen. Der Großteil dieser Menschen sind keine professionellen Goldsucher, sondern Personen aus einfachen Zusammenhängen, die meisten sind Amerikaner, darunter viele Einwanderer verschiedenster Nationalitäten, so genannte Binnenwanderer, d.h. Immigranten, die bereits in Amerika leben.
Außer der Nachricht über die immensen Goldfunde sind die Informationen über die weitgehend unerschlossenen nördlichen Regionen Kanadas äußerst vage. Etliche Städte preisen sich als „Tor zum Norden“ oder „Brücke zum Gold“ an, damals noch kleine Städte wie Seattle oder Vancouver starten aufwändige Werbekampagnen, um den Strom der Goldsucher in ihre Stadt zu kanalisieren. Es werden Reiseführer mit weitgehend fiktiven Informationen und zum Teil frei erfundenen Routen-Karten angeboten, über Wasserwege wie über Land.Goldsucher überqueren Fluß Jede dieser Routen wird als die günstigste, leichteste und sicherste beschrieben.
Nachdem manche dieser Routen schnell den Ruf haben, mörderisch strapaziös zu sein, bringen sich die westkanadischen Kleinstädte Edmonton und Ashcroft als Alternativen in Position. Es wird eingeräumt, dass die von hier abgehenden Routen zwar etwas länger, dafür jedoch erheblich einfacher und ohne Strapazen zu bewältigen seien. Für die vielen, die diese Routen gewählt haben, stellt sich das als fataler Irrtum heraus. Von den von Edmonton gestarteten Goldsuchern erreicht nicht einmal die Hälfte ihr Ziel, von denen, die den Ashcroft-Trail gewählt haben, nur eine kleine Handvoll. Etliche sterben auf dem Weg, nachdem sie ihre Packpferde verloren haben, an Erschöpfung, Skorbut und anderen Umständen. Andere geben unterwegs resigniert auf oder lassen sich in den unbesiedelten Regionen der kanadischen Wildnis nieder.
Die wenigen, die nach unendlichen Entbehrungen schließlich in der „Goldstadt“ Dawson ankommen, treffen erst nach einem Jahr, manche erst nach zwei Jahren ein. Zu diesem Zeitpunkt ist der Goldrausch in dieser Region bereits wieder vorbei.